Ergänzende Erklärung zum Vertragsabschluss zwischen DEAL und Wiley

Projekt DEAL und Wiley haben sich darauf geeinigt, dass der gesamte Vertragstext nach Ablauf von 30 Tagen auf der Projektwebseite (www.projekt-deal.de) veröffentlicht wird. Mit dieser Frist hat Wiley ausreichend Zeit, Berichtspflichten gegenüber der US-amerikanischen Börsenaufsicht zu genügen und weitere Beteiligte wie die wissenschaftlichen Gesellschaften, die bei Wiley publizieren, angemessen über den Vertragsabschluss und die daraus resultierenden neuen Workflows mit dem Projekt DEAL informieren zu können.

Daher haben Projekt DEAL und Wiley in der gemeinsamen Pressemitteilung sowie in der Pressekonferenz am Dienstag, 15. Januar 2019, die im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung stattfand, zwar über die Grundzüge der Vereinbarung informiert. Zu den Vertragsdetails, wie z.B. der PAR-fee, hatten sich beide Parteien mit Verweis auf die oben genannten Gründe jedoch noch nicht offiziell geäußert. Lediglich die Teilnehmereinrichtungen wurden vorab angemessen informiert.

Nun stellen wir fest, dass dennoch in der Öffentlichkeit (Presse, Social Media) schon jetzt eine Bewertung des Vertrags vorgenommen wird, ohne dass die vertraglichen Details vollumfänglich und offiziell bekannt sind.

Mit Veröffentlichung des gesamten Vertragstexts sowie der zentralen FAQ zum Vertrag auf der Projektwebseite (www.projekt-deal.de) werden ab Mitte Februar alle Informationen transparent zur Verfügung stehen, sodass eine fundierte Bewertung vorgenommen werden kann.
Wir bitten daher um Geduld und Verständnis für die dargestellte Situation.

Zur Klarstellung und zur Vermeidung von Missverständnissen haben wir nachfolgend die wichtigsten Eckpunkte zur Vereinbarung zwischen Wiley und Projekt DEAL zusammengestellt, die wir bereits vor dem 15. Februar 2019 veröffentlichen können:

  1. Dauerhafter Zugriff auf das gesamte Portfolio an elektronischen Zeitschriften von Wiley („perpetual access“) für alle teilnehmenden Einrichtungen. Dabei handelt sich aktuell um rund 1.700 Titel (sowohl Subskriptionszeitschriften, als auch originäre Open Access Zeitschriften).
  2. Dauerhafte Archivrechte für alle teilnehmenden Einrichtungen auf das gesamte Zeitschriftenportfolio zurück bis zum Erscheinungsjahr 1997.
  3. Publikation von Artikeln im Open Access für alle Submitting Corresponding Authors aus teilnahmeberechtigten Einrichtungen in den Zeitschriften von Wiley (sowohl in den originären Open-Access-Zeitschriften, als auch in den Subskriptionstiteln) i.d.R. unter einer CC-BY-Lizenz. Wir gehen von einem Volumen von knapp 10.000 Artikeln pro Jahr aus.
  4. Einigung auf ein faires und zukunftsfähiges Publish&Read-Kostenmodell. Der Gesamtpreis errechnet sich jährlich aus der vereinbarten Publish&Read-Fee (kurz: PAR-fee) und der Anzahl der jährlich publizierten Artikel gemäß Nr. 3 (bezogen auf die Subskriptionstitel). Hierdurch sind sowohl die Veröffentlichung der o.g. Artikel („publish“) im Open Access als auch der lesende Zugang auf das gesamte elektronische Portfolio an Subskriptionszeitschriften („read“) für den Zeitraum von 2019 bis 2021 abdeckt. Es fallen keine zusätzlichen Kosten für den lesenden Zugang an. Die PAR-Fee ist nicht gleichzusetzen mit einer Hybrid-APC (article processing charge).
  5. Für die Teilnehmereinrichtungen wird ein kennzahlenbasierter individueller Teilnahmepreis berechnet, der auf den bisherigen Lizenzzahlungen und dem Publikationsaufkommen aufsetzt. Den einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entstehen keine gesonderten Kosten.
  6. Für das Publizieren in Gold-Open-Access-Zeitschriften von Wiley wird ein Rabatt von 20 % auf die Listenpreise für die APCs gewährt. Die Abrechnung der APCs erfolgt ebenfalls zentral über die teilnehmende Einrichtung.