FAQ für Autor*innen

Open Access Publizieren mit DEAL:

Ein zentraler Punkt der DEAL-Verhandlungen mit den Verlagen ist der Ausbau und die Förderung von Open Access. Die öffentlich finanzierte Forschung soll auf diesem Wege weltweit zugänglich gemacht und die Arbeit der Wissenschaftler*innen gleichzeitig nachhaltig unterstützt werden. Durch Open Access Veröffentlichungen erwartet Projekt DEAL eine größere Sichtbarkeit, höhere Zitationsraten und einen größeren Impact der Forschungsergebnisse aus deutschen Wissenschaftseinrichtungen.

Die Open Access-Publikation erfolgt i.d.R unter einer Creative Commons Lizenz, um auf diese Weise – unter Wahrung des Urheberrechts – leicht wiederverwendet und verbreitet werden zu können. Ein besonderes Anliegen von Projekt DEAL ist, dass die Publikationen auch zukünftig den in den jeweiligen Communities etablierten Prozessen zur Qualitätssicherung (peer review, editorial review, etc.) unterzogen werden.

Was muss ich als Autor*in bei Einreichung eines Artikels beachten, um von DEAL-Vereinbarungen zu profitieren?

Artikel von einreichenden korrespondierenden Autor*innen (“submitting corresponding authors”) aus teilnahmeberechtigten Einrichtungen werden Open Access publiziert. Zum Zeitpunkt der Annahme und Veröffentlichung Ihrer Publikation müssen Sie einer berechtigten Einrichtung zugeordnet werden können. Teilnahmeberechtigt sind in der Regel alle deutschen Wissenschaftseinrichtungen in öffentlicher Trägerschaft. Für Kliniken und Krankenhäuser gilt keine flächendeckende Regelung. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Bibliothek vor Ort.

Geben Sie bei Einreichung und insbesondere im Manuskript selbst immer Ihre Einrichtung und institutionelle Mailadresse an. Erkundigen Sie sich gegebenenfalls nach den Konventionen für die Angabe Ihrer Institutionenbezeichnung. Sollten Sie mehreren berechtigten Einrichtungen angehören, entscheiden Sie sich für die Angabe einer Haupteinrichtung, der die Publikationskosten zugeordnet werden sollen.

DEAL-Wiley-Vertrag

Um im Rahmen des DEAL-Wiley-Vertrages in originären Wiley Open Access-Zeitschriften zu publizieren und den vereinbarten Rabatt (20%) zu erhalten, muss das Datum der Annahme Ihres Artikels nach dem 21.1.2019 liegen. In allen weiteren Wiley-Zeitschriften publizieren Sie Open Access ab dem 1.7.2019 („Wiley Online Open“).

Ihr Artikel muss vom Typ “Primary Research Article” oder “Review Article” sein.

Weitere Informationen zum DEAL-Wiley-Vertrag erhalten Sie auf den folgenden Seiten des Verlages:

https://authorservices.wiley.com/author-resources/Journal-Authors/open-access/affiliation-policies-payments/german-projekt-deal-agreement.html

Werden mir als Autor*in Open-Access-Publikationsgebühren durch den Verlag in Rechnung gestellt?

Projekt DEAL verhandelt Verträge mit den großen Wissenschaftsverlagen, um eine Umstellung des Finanzierungsmodells für wissenschaftliche Publikationen zu erreichen: anstatt für den Zugang zu Zeitschriften (über Subskriptionen, Lizenzen) soll für das Open-Access-Publizieren gezahlt werden, und das möglichst im Rahmen der bislang ausgegebenen Mittel. Sie erhalten daher keine Rechnung über Publikationsgebühren von den Verlagen, möglicherweise gibt es aber an Ihrer Einrichtung interne, individuelle Vereinbarungen über eine Kostenbeteiligung. In jedem Fall sollten aber die bisher gebundenen Mittel aus dem Erwerbungsetats der Bibliotheken vollständig eingesetzt werden. Erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Bibliothek vor Ort.

Welche Creative-Commons-Lizenz muss ich auswählen?

Während wissenschaftliche Autor*innen traditionell häufig alle Nutzungsrechte an ihrer Arbeit einem Verlag übertragen haben, behalten Sie beim Open-Access-Publizieren die Rechte an Ihrem Werk,  und Sie bestimmen selbst mit der Vergabe einer Creative-Commons-Lizenz über die weiteren Nutzungsmöglichkeiten. Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen (sowie auch die cOAlition S) empfiehlt die Vergabe der Creative-Commons-Lizenz CC-BY für wissenschaftliche Publikationen. CC-BY ist der freieste Lizenztyp, mit dem Sie größtmögliche Nachnutzungsmöglichkeiten für Ihre Arbeit einräumen und sicherstellen, dass Sie als Urheber des Originals genannt werden.

Im Rahmen von Projekt DEAL wird angestrebt, CC-BY als Standardlizenz für das Open-Access-Publizieren zu etablieren, so z.B. auch für die Publikationen deutscher Autor*innen in den Zeitschriften des Wiley-Vertrages.

Die Prozesse von der Einreichung eines wissenschaftlichen Artikels bis zur fertigen Veröffentlichung unterscheiden sich von Verlag zu Verlag und manchmal auch von Zeitschrift zu Zeitschrift innerhalb eines Verlages. Es kann daher sein, dass die CC-BY-Lizenz nicht immer automatisch vergeben wird, möglicherweise werden Sie auch aufgefordert, einen CC-Lizenztyp auszuwählen. In diesen Fällen bitten wir Sie, sich immer für CC-BY zu entscheiden, denn nur so vermeiden Sie weitgehend Rechtsunsicherheiten bei der Verbreitung und Nachnutzung Ihrer Werke. Dies betrifft auch Nutzungsszenarien, die neue technische Möglichkeiten ausschöpfen und welche derzeit durch das Subskriptionsmodell nicht adäquat ausgeschöpft werden können, wie etwa das Text-und-Datamining. Die Wahl der Lizenz CC-BY-NC, mit der eine kommerzielle Nutzung ausgeschlossen werden soll, kann hingegen bereits schnell zu einer Einschränkung von zukünftig erwünschten Nutzungsszenarien führen.

Ist Open Access-Publizieren jetzt für deutsche Autor*innen verpflichtend?

Mit den DEAL-Verträgen will die Allianz der Wissenschaftsorganisationen (einschließlich der Hochschulrektorenkonferenz und aller deutschen Forschungsorganisationen) neben einer verbesserten Informationsversorgung für deutsche Wissenschaftler*innen die Vorteile einer erhöhten Sichtbarkeit und Verbreitung durch Open Access erreichen. Da sich das Projekt DEAL an die drei wichtigsten Verlage für deutsche Wissenschaftler*innen richtet, werden die DEAL-Vereinbarungen, gemessen an der Anzahl der Artikel, die jedes Jahr aus Deutschland dort veröffentlicht werden, die Open-Access-Publikationsmöglichkeiten für deutsche Autor*innen deutlich erhöhen. Gleichzeitig soll der groß angelegte Übergang des wissenschaftlichen Publikationssystems zu Open Access vorangetrieben werden. Dennoch liegt die letztendliche Wahl, ob Sie Open Access veröffentlichen möchten und damit die Rechte an Ihren Werken behalten, oder ob Sie diese an den Verlag übertragen und lieber subskriptionsbasiert publizieren, bei Ihnen als Autor*in. Im Hinblick auf die DEAL-Wiley-Vereinbarung sollten Autor*innen beachten, dass, auch wenn Sie sich gegen die Veröffentlichung eines open access-Artikels entscheiden, Ihrer Institution aufgrund des umfassenden Charakters der Vereinbarung der für diesen Artikel gewährte aber dann ungenutzte Open Access-Veröffentlichungsservice in Rechnung gestellt wird.

Sind Verträge, die im Rahmen von Projekt DEAL abgeschlossen werden, konform mit „Plan S“?

Ja, cOAlition S erkennt Publikationen, die über Open-Access-Transformationsverträge frei verfügbar werden
(also z.B. über den DEAL-Wiley-Vertrag), an.

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2019.