FAQ für Autor*innen

Open Access Publizieren mit DEAL:

Wie profitieren wissenschaftliche Autor*innen von den DEAL-Vereinbarungen?
Ein zentraler Punkt der DEAL-Verhandlungen mit den Verlagen ist der Ausbau und die Förderung von Open Access. Die öffentlich finanzierte Forschung soll auf diesem Wege weltweit zugänglich gemacht und die Arbeit der Wissenschaftler*innen gleichzeitig nachhaltig unterstützt werden. Durch Open Access Veröffentlichungen erwartet Projekt DEAL eine größere Sichtbarkeit, höhere Zitationsraten und einen größeren Impact der Forschungsergebnisse aus deutschen Wissenschaftseinrichtungen.

Die Open Access-Publikation erfolgt i.d.R unter einer Creative Commons Lizenz, um auf diese Weise – unter Wahrung des Urheberrechts – leicht wiederverwendet und verbreitet werden zu können. Ein besonderes Anliegen von Projekt DEAL ist, dass die Publikationen auch zukünftig den in den jeweiligen Communities etablierten Prozessen zur Qualitätssicherung (peer review, editorial review, etc.) unterzogen werden.

Projekt DEAL hat nach mehrjähriger Vorbereitung und Verhandlungszeit zwischenzeitlich nationale transformative Verträge mit Wiley (Start im Januar 2019) und Springer Nature (Start Januar 2020) abgeschlossen. Die Vereinbarungen sind als “all-in” konzipiert, was bedeutet, dass alle Artikel von Angehörigen der mehr als 700 teilnahmeberechtigten Institutionen in Deutschland in den Zeitschriften der Verlage im Open Access erscheinen, es sei denn, Sie als Autor*in entscheiden sich aktiv dagegen. Ihre Forschung wird dadurch für Wissenschaftler*innen und die allgemeine Öffentlichkeit weltweit unmittelbar frei zugänglich und damit sichtbarer und besser nachnutzbar.

Die Vereinbarungen bieten den deutschen Wissenschaftseinrichtungen gleichzeitig umfangreiche und nachhaltige Zugriffsmöglichkeiten, sodass alle teilnehmenden Institutionen unabhängig von ihrer Größe und früheren Subskriptionsumfängen auf Dauer Zugriff auf nahezu das gesamte Zeitschriftenportfolio der Verlage erhalten.

DEAL-Wiley-Vertrag

Vertragslaufzeit:
2019-2021, optionale Verlängerung bis 2022

Open-Access-Publizieren in Subskriptionszeitschriften:
Ihre Publikationen in über 1.400 Wiley (Hybrid-)Subskriptionszeitschriften (“Wiley Online Open”), wie z.B. Angewandte Chemie, EMBO und Advanced Materials erscheinen im Open Access. Eine kleine Anzahl von Subskriptionszeitschriften bietet noch keine Open-Access-Publikationsmöglichkeit an, sie werden aber im Laufe der Vertragslaufzeit in das Open-Access-Angebot der Vereinbarung überführt. (Zeitschriftentitelliste)

Open-Access-Publizieren in Open-Access-Gold-Zeitschriften:
Ihre Publikationen in ca. 100 Wiley Open Access Zeitschriften (z.B. Advanced Science) werden vom DEAL-Wiley-Vertrag abgedeckt, wobei ein 20%iger Nachlass auf die APC-Listenpreise gewährt wird.
https://authorservices.wiley.com/open-research/open-access/browse-journals.html

DEAL-Springer Nature-Vertrag

Vertragslaufzeit:
2020-2022, optionale Verlängerung bis 2023

Open-Access-Publizieren in Subskriptionszeitschriften:
Ihre Publikationen in rund 1.900 Springer Nature (Hybrid-)Subskriptionszeitschriften (“Open Choice”) erscheinen im Open Access. Bitte beachte Sie, dass die Zeitschrift Nature sowie weitere Zeitschriften der Nature-Marke nicht im Vertrag enthalten sind, ebenso nicht enthalten sind Magazine (z.B. Scientific American, Spektrum der Wissenschaft) und technische Fachzeitschriften (z.B. ATZ, MTZ). (Zeitschriftentitelliste)

Open-Access-Publizieren in Open-Access-Gold-Zeitschriften:
Ab dem 1.8.2020 werden Ihre Publikationen in ca. 600 Springer Nature Open-Access-Zeitschriften zentral vom Vertrag abgedeckt (z.B. in Scientific Reports, Nature Communications, in Springer Open-Zeitschriften und Nature Partner Journals sowie in den BioMed Central-Titeln). Mit Ausnahme von Scientific Reports und Nature Communications ein 20%iger Nachlass auf die APC-Listenpreise gewährt wird. https://www.springernature.com/gp/open-research/journals-books/journals

Was muss bei der Einreichung eines Artikels beachtet werden, um von den DEAL-Vereinbarungen profitieren zu können?
  • Artikel, die von Autor*innen aus den berechtigten Einrichtungen eingereicht werden, werden im Rahmen der DEAL-Vereinbarungen Open Access veröffentlicht. Berechtigt sind mehr als 700 deutsche Universitäten, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen sowie staatliche und regionale Bibliotheken. Um zu überprüfen, ob Ihre Institution berechtigt ist, wenden Sie sich bitte an die Bibliothek Ihrer Einrichtung.
  • Als Bezugsdatum gilt für Wiley das Datum der Annahme Ihres Manuskripts zur Veröffentlichung (“acceptance date”). Für Wiley-Gold-Open-Access-Journale werden Artikel mit einem Annahmedatum vom 22. Januar 2019 oder später durch die Vereinbarung abgedeckt. Für Wiley-Subskriptionszeitschriften gelten Publikationen, die am 1. Juli 2019 oder später zur Veröffentlichung akzeptiert wurden als berechtigt im Sinne des DEAL-Vertrages.
  • Artikel, die für die Veröffentlichung in Springer Nature „Open Choice“ (Hybrid) Journalen akzeptiert wurden, müssen ein Veröffentlichungsdatum vom 1. Januar 2020 oder später haben, um im Rahmen der DEAL-Vereinbarung Open Access veröffentlicht werden zu können. Artikel, die zur Veröffentlichung in den Springer Nature Open-Access-Zeitschriften (BMC, SpringerOpen u.a.) akzeptiert wurden, müssen ein Publikationsdatum vom 1. August 2020 oder später haben, um unter die Vereinbarung zu fallen.
  • Die Berechtigung jedes eingereichten Artikels wird durch die Institution der Autor*innen oder die MPDL Services GmbH überprüft, um sicherzustellen, dass die mit der Open-Access-Publikation verbundenen Kosten (PAR-Gebühr oder die APC) eindeutig einer Einrichtung zugeordnet wird. Ist der korrespondierende Autor mit mehr als einer Institution verbunden, sollte im Zuge des Publikationsprozesses für die Kostenzuordnung eine primäre Zugehörigkeit einheitlich angegeben werden. Bitte geben Sie diese Institution auch im veröffentlichten Manuskript an.
Ist Open Access-Publizieren jetzt für deutsche Autor*innen verpflichtend?
Mit den DEAL-Verträgen will die Allianz der Wissenschaftsorganisationen (einschließlich der Hochschulrektorenkonferenz und aller deutschen Forschungsorganisationen) neben einer verbesserten Informationsversorgung für deutsche Wissenschaftler*innen die Vorteile einer erhöhten Sichtbarkeit und Verbreitung durch Open Access erreichen. Da sich das Projekt DEAL an die drei wichtigsten Verlage für deutsche Wissenschaftler*innen richtet, werden die DEAL-Vereinbarungen, gemessen an der Anzahl der Artikel, die jedes Jahr aus Deutschland dort veröffentlicht werden, die Open-Access-Publikationsmöglichkeiten für deutsche Autor*innen deutlich erhöhen und gleichzeitig den groß angelegten Übergang des wissenschaftlichen Publikationssystems zu Open Access vorantreiben. Dennoch liegt die letztendliche Wahl, ob Sie Open Access veröffentlichen möchten und damit die Rechte an Ihren Werken behalten, oder ob Sie diese an den Verlag übertragen und lieber subskriptionsbasiert publizieren, bei Ihnen als Autor*in. Autor*innen sollten beachten, dass, selbst wenn Sie sich gegen die Open-Access-Veröffentlichung im Rahmen der DEAL-Verträge entscheiden, Ihrer Institution aufgrund des umfassenden Charakters der Vereinbarung auch ungenutzte Open Access-Veröffentlichungsservice in Rechnung gestellt werden können.
Werden mir als Autor*in Open-Access-Publikationsgebühren durch den Verlag in Rechnung gestellt?
Projekt DEAL verhandelt Verträge mit den großen Wissenschaftsverlagen, um eine Umstellung des Finanzierungsmodells für wissenschaftliche Publikationen zu erreichen: anstatt für den Zugang zu Zeitschriften (über Subskriptionen, Lizenzen) soll für das Open-Access-Publizieren gezahlt werden, und das möglichst im Rahmen der bislang ausgegebenen Mittel. Somit ist der Anspruch der DEAL-Verträge das Open-Access-Publizieren abzudecken, und die bisherigen Bibliotheksausgaben für wissenschaftliche Zeitschriften zur Finanzierung der Publikationskosten heranzuziehen. Sie erhalten daher keine Rechnung über Publikationsgebühren von den Verlagen, möglicherweise gibt es aber an Ihrer Einrichtung interne, individuelle Vereinbarungen über eine Kostenbeteiligung. In jedem Fall sollten aber die bisher gebundenen Mittel aus dem Erwerbungsetats der Bibliotheken vollständig eingesetzt werden. Bitte erkundigen Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Bibliothek vor Ort.
Welche Creative-Commons-Lizenz muss ich auswählen?
Während wissenschaftliche Autor*innen traditionell häufig alle Nutzungsrechte an ihrer Arbeit einem Verlag übertragen haben, behalten Sie beim Open-Access-Publizieren die Rechte an Ihrem Werk, und Sie bestimmen selbst mit der Vergabe einer Creative-Commons-Lizenz über die weiteren Nutzungsmöglichkeiten. Die Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen (sowie auch die cOAlition S) empfiehlt die Vergabe der Creative-Commons-Lizenz CC-BY für wissenschaftliche Publikationen. CC-BY ist der freieste Lizenztyp, mit dem Sie größtmögliche Nachnutzungsmöglichkeiten für Ihre Arbeit einräumen und sicherstellen, dass Sie als Urheber des Originals genannt werden.

Im Rahmen von Projekt DEAL wird angestrebt, CC-BY als Standardlizenz für das Open-Access-Publizieren zu etablieren. Die Prozesse von der Einreichung eines wissenschaftlichen Artikels bis zur fertigen Veröffentlichung unterscheiden sich von Verlag zu Verlag und manchmal auch von Zeitschrift zu Zeitschrift innerhalb eines Verlages. Es kann daher sein, dass die CC-BY-Lizenz nicht immer automatisch vergeben wird, möglicherweise werden Sie auch aufgefordert, einen CC-Lizenztyp auszuwählen. In diesen Fällen bitten wir Sie, sich immer für CC-BY zu entscheiden, denn nur so vermeiden Sie weitgehend Rechtsunsicherheiten bei der Verbreitung und Nachnutzung Ihrer Werke. Dies betrifft auch Nutzungsszenarien, die neue technische Möglichkeiten ausschöpfen und welche derzeit durch das Subskriptionsmodell nicht adäquat ausgeschöpft werden können, wie etwa das Text-und-Datamining. Die Wahl der Lizenz CC-BY-NC, mit der eine kommerzielle Nutzung ausgeschlossen werden soll, kann hingegen bereits schnell zu einer Einschränkung von zukünftig erwünschten Nutzungsszenarien führen.

Sind Verträge, die im Rahmen von Projekt DEAL abgeschlossen werden, konform mit 'Plan S'?
Ja, cOAlition S erkennt Publikationen, die über Open-Access-Transformationsverträge frei verfügbar werden (also z.B. über die DEALVerträge-Vertrag), an.
Weitere Informationen zu den Verträgen
Weitere Informationen zum DEAL-Wiley-Vertrag finden Sie auf den folgenden Seiten:

https://authorservices.wiley.com/author-resources/Journal-Authors/open-access/affiliation-policies-payments/german-projekt-deal-agreement.html

Weitere Informationen zum DEAL-Springer Nature-Vertrag finden Sie auf den folgenden Seiten des Verlages:

https://www.springernature.com/gp/open-research/institutional-agreements/oaforgermany

Zuletzt aktualisiert: 10. Januar 2020.