FAQ für teilnehmende Einrichtungen

Wie Sie von DEAL profitieren:

Welche Einrichtungen können teilnehmen?

Alle wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland, die auch zur Teilnahme an den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Allianz- und Nationallizenzen berechtigt sind (darunter: Universitäten, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, Forschungseinrichtungen, Staats- und Regionalbibliotheken).

Wo kann ich die DEAL-Verträge einsehen?

Der DEAL-Wiley-Vertrag, unterschrieben am 15. Januar 2019 von Wiley und der MPDL Services GmbH, wurde veröffentlicht unter:

https://doi.org/10.17617/2.3027595

Die Verhandlungen mit Springer Nature dauern noch an. Das am 22. August 2019 unterzeichnete Memorandum of Understanding mit Springer Nature ist nicht öffentlich zugänglich. Der abgeschlossene Vertrag wird voraussichtlich im Herbst 2019 veröffentlicht.

An wen muss ich mich wenden, wenn ich an einem DEAL Vertrag teilnehmen möchte?

Einrichtungen, die bisher noch nicht kontaktiert worden sind, sich aber für berechtigt halten, wenden sich bitte an die MPDL Services GmbH als „DEAL Operating Entity“ via support@mpdl-services.de.
Die MPDL Services GmbH, eine 100%ige Tochtergesellschaft der Max-Planck-Gesellschaft, hat als „DEAL Operating Entity“ den Vertrag mit Wiley unterzeichnet. Dies erfolgte mit Zustimmung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) und im Namen von Projekt DEAL.

Welche Schritte sind zur Teilnahme nötig?

Für die Teilnahme ist die Unterzeichnung einer Teilnahmeerklärung zum Vertrag gegenüber der MPDL Services GmbH notwendig. Weiterhin muss ein „Sign-Up“- Dokument des Verlages unterzeichnet werden, um den Nutzungsbedingungen des Verlages zuzustimmen. Die MPDL Services GmbH reicht dieses Dokument an den Verlag weiter.

Durch wen erfolgt die Rechnungsstellung?

Teilnehmende Einrichtungen erhalten ihre Rechnungen für alle Vertragsleistungen von der MPDL Services GmbH, inklusive der Artikelgebühren für Publikationen in den Gold Open-Access-Zeitschriften des Verlages. Die Rechnung 2019 wird unmittelbar nach elektronischer Bestätigung der verbindlichen Teilnahmeerklärung erstellt. Die PAR-Jahresrechnungsbeträge für die beiden Folgejahre sind im Voraus fällig und werden zu Ende 2019 bzw. 2020 so gestellt, dass die Einrichtungen selber entscheiden können, in welchem Kalenderjahr gezahlt wird.

Was kostet meine Einrichtung die Teilnahme am DEAL-Wiley-Vertrag?

Für alle Teilnehmereinrichtungen wird durch die MPDL Services GmbH ein individueller Teilnahmepreis berechnet. Ausgangsbasis sind dabei (sofern vorhanden) die Subskriptionskosten einer Einrichtung für Wiley-Zeitschriften in 2017. Wie im HRK-Rundschreiben Nr. 02/2019 mitgeteilt, beträgt die Preissteigerung zum Bezugsjahr 2017 +8% / +10% / +12,5% in den Jahren 2019/2020/2021.

Hinzu kommen entsprechend dem Publikationsaufkommen die Ausgaben für die Publikationen in Wileys Gold Open-Access-Zeitschriften, auf die 20 % Rabatt auf den Listenpreis gewährt werden. Die MPDL Services GmbH geht hierfür mit einem Deposit in Vorleistung und wird später mit den teilnehmenden Einrichtungen artikelbezogen abrechnen.

Bezieht man das Jahr 2018 mit ein, das in den meisten Fällen durch Teilnahme an der DEAL-Übergangsvereinbarung ohne Preiserhöhung war, so ist dies für 2018-2021 eine effektive Preissteigerung von 2,961% pro Jahr. Im HRK-Rundschreiben ist weiter ausgeführt, dass es für Einrichtungen, die relativ wenig publizieren (oder bislang relativ teure Verträge hatten) auch eine Rückerstattung geben kann. Diese kann aber heute der Höhe und der Berechnungsweise nach nicht quantifiziert oder gar garantiert werden.

Was kostet meine Einrichtung die Teilnahme am Springer Nature-Vertrag?

Der finale Vertragsabschluss mit Springer Nature erfolgt im Herbst 2019. Das Beteiligungsmodell wird rechtzeitig über ein HRK-Rundschreiben kommuniziert.

Was bedeutet „submitting corresponding author”?

Gemeint sind jene Autor*innen, die das Manuskript beim Verlag einreichen und für die Korrespondenzen bezüglich des Artikels verantwortlich sind.

Wie erfolgt die Zuordnung der Publikationen zu meiner Einrichtung?

Verlagsseitig werden berechtigte Autor*innen während des Einreichungs- und Publikationsprozesses identifiziert und anschließende Verifizierungsprozesse mit den teilnehmenden Einrichtungen angestoßen.

Im Rahmen des Wiley-Vertrages erfolgt der Verifizierungsprozess mit Hilfe sogenannter OA-Dashbords.
Das sind Online-Plattformen, über die die teilnehmenden Einrichtungen die ihnen zugeordneten Publikationen einsehen und bestätigen können. 

Mehr Informationen zur Verwaltung von Open-Access-Publikationen mit Hilfe der Wiley OA-Dashboards finden Sie hier:

https://secure.wiley.com/DEAL_FAQ

https://secure.wiley.com/DEAL

Wie kann ich die Anzahl der Publikation aus meiner Einrichtung bei einzelnen Wissenschaftsverlagen ermitteln?

Eine erste Orientierung bietet der Open Access Monitor des Forschungszentrums Jülich:

https://open-access-monitor.de/#/showPublicationInformation

Beachten Sie, dass Sie für die Abschätzung von Publikationskosten nur jenen Anteil am Publikationsaufkommen heranziehen müssen, der einen corresponding author aus Ihrer Einrichtung aufweist. Der Open Access Monitor zeigt Ihnen jedoch alle Publikationen mit Beteiligung aus Ihrer Einrichtung an. Corresponding Author-Publikationsanteile liegen üblicherweise zwischen 30%-50%, sodass Sie in der Regel pro Verlag mit maximal der Hälfte der vom OA-Monitor angezeigten Artikel kalkulieren können. Publikationszahlen von Universitätskliniken müssen außerdem separat abgefragt werden. Bitte beachten Sie, dass es zu Doppelzählungen von Publikationen mit den zugehörigen Universitäten kommen kann.

Wie verhält sich die PAR-Fee zur DFG-Fördergrenze von 2000 EUR?

Die mit dem DEAL-Wiley-Vertrag eingeführte Publish and Read-Fee (PAR-Fee) für die Hybridzeitschriften kann nicht mit einer Article Processing Charge (APC) gleichgesetzt werden, für welche im Rahmen des DFG-Förderprogramms „Open-Access-Publizieren“ eine 2.000 €-Fördergrenze festgelegt wurde. Im Gegensatz zu einer APC, mit der alleine die Publikationsdienstleistungen eines Verlages für einen einzelnen Fachartikel abgegolten werden, umfasst die PAR-Fee derzeit auch die Kosten für den uneingeschränkten Lesezugriff auf das gesamte Zeitschriftenportfolio des Verlages. Von diesem Zugriff profitieren alle teilnehmenden Einrichtungen, also auch jene, die bislang keine oder nur in sehr marginalem Umfang Subskriptionen erwerben konnten.

Die PAR-Fee deckt jedoch nicht nur einen Vollzugriff auf die Zeitschriften für alle deutschen Einrichtungen ab, sondern beinhaltet auch eine Open-Access-Komponente: Artikel von „submitting corresponding authors“ aus den Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland werden in nahezu allen Subskriptionszeitschriften unmittelbar Open Access publiziert.

Das PAR-Fee-Modell stellt in der Transformation zu einem Open Access Publikationssystem einen Zwischenschritt dar. Dieser ist jedoch notwendig, um anstehende Veränderungen in den Workflows, den Zahlungsströmen und im Dienstleistungsportfolio von wissenschaftlichen Bibliotheken und Verlagen gleichermaßen schrittweise und erfolgreich zu ermöglichen. Insgesamt steht die PAR-Fee damit in einem anderen strategischen Kontext als die damals durch die DFG festgesetzte Preisobergrenze für APCs. Erklärtes Ziel ist es, das PAR-Fee-Modell nach 2021 schrittweise weiter in ein rein publikationsbasiertes Preismodell umzuwandeln.

Kann meine Einrichtung durch die Teilnahme an DEAL Kosten einsparen?

Bisher sind für Open-Access-Freischaltungen in Wiley-Subskriptionszeitschriften je nach Zeitschrift typischerweise zwischen € 2.000 und € 3.800, z. T. auch bis € 4.700, pro Artikel zusätzlich zu den Subskriptionskosten Ihres Hauses angefallen. Diese Kosten wurden oft von den Autor*innen selbst aus deren jeweiligen Forschungsmitteln bestritten. Diese in den letzten Jahren unter dem Schlagwort „double dipping“ stark kritisierte Praxis der Verlage wird mit dem DEAL-Wiley-Vertrag und ähnlichen Vertragsmodellen beendet, da sie individuelle Zahlungen der Autor*innen für das hybride Publizieren in Wiley-Subskriptionszeitschriften zusätzlich zu den Subskriptionsausgaben überflüssig machen.

Zuletzt aktualisiert: 22. August 2019.