FAQ für teilnehmende Einrichtungen

Wie Sie von DEAL profitieren:

Welche Einrichtungen sind teilnahmeberechtigt?
Die DEAL-Verträge ersetzen frühere regionale Konsortialverträge und andere bilaterale Verträge in Deutschland mit den betreffenden Verlagen und wurden im Namen aller Einrichtungen verhandelt, die zur Teilnahme an den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Allianz- und Nationallizenzen berechtigt sind. Insgesamt sind damit mehr als 700 deutsche Einrichtungen, darunter Universitäten, Fachhochschulen, Forschungseinrichtungen, staatliche und regionale Bibliotheken zur Teilnahme an den DEAL-Vereinbarungen berechtigt.
Wie kann meine Einrichtung teilnehmen?
Zur Vertragsteilnahme ist der Abschluss eines Teilnahmevertrags mit der MPDL Services GmbH erforderlich über den Sie die zu Ihrer Institution zugehörigen Einrichtungen und Standorte melden und den Geschäftsbedingungen der Verlage zustimmen. Institutionen, die noch nicht kontaktiert wurden,  und an den DEAL-Vereinbarungen teilnehmen möchten, wenden sich an die MPDL Services GmbH (support@mpdl-services.de).
Was ist die MPDL Services GmbH?
Die MPDL Services GmbH ist unterzeichnender Vertragspartner für das Projekt DEAL, das ein Projekt in der Schwerpunktinitiative “Digitale Information” der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen ist. Die Max-Planck-Gesellschaft hat als Mitglied der Allianz der Deutschen Wissenschaftsorganisationen – nach Genehmigung durch den Bund und die finanzierenden Länder in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) – die MPDL Services GmbH, eine Tochtergesellschaft der Max Planck Digital Library, als “DEAL-Betreibergesellschaft“ und 100%ige Tochter der Max-Planck-Gesellschaft gegründet, um als Vertragspartner gegenüber den DEAL-Verlagen zu fungieren und die Umsetzung der Vereinbarungen in Deutschland zu erleichtern.
Wurden die Bedingungen der Vereinbarungen öffentlich bekannt gemacht?
Ja, in Übereinstimmung mit den ESAC Guidelines for Transformative Agreements werden beide bisher unterzeichneten DEAL-Vereinbarungen online veröffentlicht.

Der DEAL-Wiley Vertrag, der am 15. Januar 2019 von Wiley und MPDL Services GmbH unterzeichnet wurde, ist zugänglich unter https://doi.org/10.17617/2.3027595

Der am 8. Januar 2020 von Springer Nature und MPDL Services GmbH unterzeichnete Vertrag ist zugänglich unter https://doi.org/10.17617/2.3174351

Welche Kosten entstehen meiner Institution durch die Teilnahme an den DEAL-Verträgen?
Die DEAL-Vereinbarungen läuten eine neue Ära im wissenschaftlichen Publikationssystem ein, in der die Institutionen und insbesondere ihre Bibliotheken beginnen, Arbeitsabläufe und Finanzierungsmodelle, die sich derzeit noch überwiegend auf den Erwerb und die Bereitstellung von Subskriptionen konzentrieren, auf das Open-Access-Publizieren umzustellen. Den teilnehmenden Einrichtungen wird von der MPDL Services GmbH eine individuelle Teilnahmegebühr in Rechnung gestellt, die sich an ihren bisherigen Subskriptionsausgaben bei den jeweiligen Verlagen orientiert. Ziel ist es jedoch, dass sich die Kosten letztlich auch auf der Ebene jeder einzelnen Einrichtung aus dem jeweiligen Publikationsaufkommen ergeben.

Um diesen Übergang zu erleichtern, wurde ein Konsortium-internes Kostenmodell für die DEAL-Verträge entwickelt, wobei die MPDL Services GmbH als Intermediär zwischen den einzelnen Einrichtungen und den Verlagen agiert. Teilnehmende Institutionen rechnen alle vertraglichen Leistungen mit der MPDL Services GmbH ab, einschließlich der Artikelgebühren für Veröffentlichungen in den goldenen Open-Access-Zeitschriften der Verlage. Die vertragsspezifischen Bedingungen erhalten Sie mit den Teilnahmeunterlagen.

Wie werden die Publikationen im Rahmen der DEAL-Verträge meiner Institution zugeordnet?
Der Verlag identifiziert autorisierte Autor*innen im Zuge des Einreichungs- und Publikationsprozesses und stößt anschließend einen Prüfprozess mit den zugehörigen Institutionen an. Dieser Verifizierungsprozess erfolgt mit Hilfe von sog. Open-Access-Dashboards oder Bestätigungssystemen der Verlage. Über diese Online-Tools können teilnehmende Einrichtungen die ihnen zugeordneten Publikationen einsehen und als zu ihnen gehörig bestätigen oder ggfls. ablehnen. Einrichtungen erhalten mit Abschluss des Teilnahmevertrags Zugänge zu den Dashboards.

Weitere Informationen zur Verwaltung von Open-Access-Publikationen im Rahmen des DEAL-Wiley-Vertrages finden Sie auch auf den Informationsseiten des Wiley-Verlages:

https://secure.wiley.com/DEAL_FAQ

https://secure.wiley.com/DEAL

Was bedeutet “submitting corresponding author”?
Gemeint sind Autor*innen, die das Manuskript beim Verlag einreichen und für die Korrespondenzen bezüglich des Artikels verantwortlich sind.
Wie kann ich die Anzahl der Publikation aus meiner Einrichtung bei einzelnen Wissenschaftsverlagen ermitteln?
Eine grobe Orientierung bietet der Open Access Monitor des Forschungszentrums Jülich:

https://open-access-monitor.de/#/publications

Beachten Sie, dass Sie für die Abschätzung von Publikationskosten nur jenen Anteil am Publikationsaufkommen heranziehen müssen, der einen corresponding author aus Ihrer Einrichtung aufweist. Der Open Access Monitor zeigt Ihnen jedoch alle Publikationen mit Beteiligung aus Ihrer Einrichtung an. Corresponding Author-Publikationsanteile liegen üblicherweise zwischen 30%-50%, sodass Sie in der Regel pro Verlag mit maximal der Hälfte der vom OA-Monitor angezeigten Artikel kalkulieren können. Publikationszahlen von Universitätskliniken müssen außerdem separat abgefragt werden.
Bitte beachten Sie, dass es zu Doppelzählungen von Publikationen mit den zugehörigen Universitäten kommen kann.

Wie verhält sich die PAR Fee zur DFG-Fördergrenze von 2000 EUR?
Die mit dem DEAL-Wiley-Vertrag eingeführte Publish and Read-Fee (PAR-Fee) kann nicht mit einer Article Processing Charge (APC) gleichgesetzt werden, für welche im Rahmen des DFG-Förderprogramms „Open-Access-Publizieren“ eine Förderhöchstgrenze von 2.000 €- festgelegt wurde. Im Gegensatz zu einer APC, mit der alleine die Publikationsdienstleistungen eines Verlages für einen einzelnen Fachartikel abgegolten werden, umfasst die PAR-Fee derzeit auch die Kosten für den uneingeschränkten Lesezugriff auf das gesamte Zeitschriftenportfolio des Verlages. Von diesem Zugriff profitieren alle teilnehmenden Einrichtungen, also auch jene, die bislang keine oder nur in sehr marginalem Umfang Subskriptionen erwerben konnten.

Die PAR-Fee deckt jedoch nicht nur einen Vollzugriff auf die Zeitschriften für alle deutschen Einrichtungen ab, sondern beinhaltet auch eine Open-Access-Komponente: Artikel von „submitting corresponding authors“ aus den Wissenschaftseinrichtungen in Deutschland werden in nahezu allen Subskriptionszeitschriften unmittelbar open access publiziert.

Das PAR-Fee-Modell stellt in der Transformationsphase nur einen Zwischenschritt dar. Dieser ist jedoch notwendig, um anstehende Veränderungen in den Workflows, den Zahlungsströmen und im Dienstleistungsportfolio von wissenschaftlichen Bibliotheken und Verlagen gleichermaßen schrittweise und erfolgreich zu ermöglichen. Insgesamt steht die PAR-Fee damit in einem anderen strategischen Kontext als die damals durch die DFG festgesetzte Preisobergrenze für APCs. Erklärtes Ziel ist es, das PAR-Fee-Modell schrittweise weiter in ein rein publikationsbasiertes Preismodell umzuwandeln je mehr wissenschaftliche Artikel frei verfügbar werden und je weniger Inhalte rein subskriptionsbasiert zugänglich sind.

Kann meine Einrichtung durch die Teilnahme an DEAL Kosten einsparen?
Für hybride Open-Access-Publikationen, also die Freischaltung einzelner Artikel in Subskriptionszeitschriften, fallen je nach Zeitschrift und Verlag typischerweise Kosten zwischen 2.000 und 4.000 EUR pro Artikel an, bislang i.d.R. zusätzlich zu den Subskriptionsausgaben der Bibliotheken. In der Vergangenheit haben Autor*innen diese Kosten vielfach selbst aus ihren jeweiligen Forschungsmitteln bestreiten. Diese in den letzten Jahren unter dem Schlagwort „double dipping“ stark kritisierte Praxis der Verlage wird durch Transformationsverträge wie die DEAL-Vereinbarungen beendet, da sie individuelle Zahlungen der Autor*innen für Open Access in Subskriptionszeitschriften überflüssig machen.

Zuletzt aktualisiert: 19. Juni 2020.